„Das war der erste kleine Schritt, auf einem längeren Weg“ – Präsentation von Bau-Ideen für Moosdorf

„Das war der erste kleine Schritt auf einem längeren Weg, den wir gemeinsam als Gemeinde mit dem Entwicklungsteam von Zaltech gehen wollen“, so fasste Bürgermeister Manfred Emersberger gestern Abend die Informationsveranstaltung für die Anrainer und Interessenten bei Zaltech zusammen. Es wurden erste Ideen und Machbarkeitsstudien präsentiert, die zeigen wie Dinge sein könnten. Was besprochen wurde, wie die Dinge nun einzuordnen sind und wie es weitergeht, das lest ihr heute bei uns.

Die Bauvorhaben in Moosdorf / Folge 01

Gleich als Vorbemerkung an dieser Stelle: Den Videomitschnitt der Veranstaltung haben wir euch, hier unter diesem Text für alle Moosdorferinnen und Moosdorfer verfügbar gemacht. Es sind zwei Teile – einer mit rund 60 Minuten und einer mit rund 40 Minuten Länge. Aber jetzt zu den wichtigsten Kernpunkten der Präsentationen.

Unsere Bürgermeister liebt ja, wie wir alle wissen, Sprichworte. Und so hatte er auch in diesem Fall eines parat: „Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt – und den haben wir gemacht. Wie das Ziel aussieht, das ist noch offen…“, so ergänzte er die alte Weisheit mit seinen aktuellen Gedanken, nach der Bühnenpräsentation gegenüber einigen Moosdorfern im Gespräch.

Architekt Florian Xander bei der Präsentation vor der Veranstaltung im Gemeinderat

Das Ziel des Donnerstag abends war eine erste Annäherung an mögliche Projekte. Es wurden also erste Studien vorgestellt, wie die beiden Projekte in Moosdorf aussehen könnten. Solche Machbarkeitsstudien – zum Beispiel wie die für Elling – dienen dazu erstmal einen ersten Eindruck auf Basis von Lage, Topographie, lokalen Gegebenheiten und verschiedenen Faktoren wie Verkehrsanbindung usw. zu schaffen, erklärte Architekt Florian Xander vom Architekturbüro „Dietrich Untertrifaller Architekten“.

„Wir wollten ganz bewusst in der Phase der Studien und frühen Planungen die Bevölkerung einbeziehen, um früh in den Austausch mit den Moosdorferinnen und Moosdorfern zu kommen. Bevor viele weitere Experten bis hin zur Ortsbildkommission sich zu Wort melden, wollen wir die Ideen, Anregungen und Sorgen der Bevölkerung bei solchen Projekten hören.“

Bürgermeister Emersberger

„Wir wollten ganz bewusst schon in dieser frühen Phase mit den Studien und ersten Visualisierungen die Moosdorferinnen und Moosdorfer einbinden, denn wir wollen dieses Projekt gemeinsam entwickeln. So haben wir das in Moosdorf immer gemacht und so machen wir das auch bei diesen Projekten.“, sagte Bürgermeister Emersberger während der Veranstaltung. „Jetzt ist die Zeit um sich die Anregungen, Ideen, aber auch die Sorgen und kritischen Gedanken anzuhören und zu berücksichtigen. Und sich in gegenseitiger Wertschätzung und Respekt miteinander auszutauschen.“, ergänzt er später an den Infoständen.

In Alternativen denken und Anregungen aufnehmen

„Jedes Projekt ist natürlich auch ein Stück Veränderung. Das ist in Moosdorf wie bei mir in der Firma.“, ergänzte Fritz Kaltenegger, vom Wirtschaftsausschuss in der Gemeinde. „Aber mit Zaltech werden wir sicher einen guten Weg finden, die Dinge kompatibel für Moosdorf umzusetzen.“ ist er sehr zuversichtlich. Und er hat einen guten Grund: Zaltech und die Projektentwickler sind ein Partner in diesem Projekt, die auch in Alternativen denken können, wenn etwas nicht passt.

Das wurde deutlich, als in den ersten Projekt-Plänen eine mögliche Idee war, dass alle Bauprojekte in Elling an einem Platz sein sollten. Aber dann wurde dieses Konzept von der zuständigen Stelle im Land abgelehnt. Fritz hat sich zwar geärgert als das so war, aber er hat sich auch nie Sorgen gemacht, weil die Projektentwickler sofort anfingen über Varianten nachzudenken. „Da ich wusste, dass bei den Raml-Gründen ein Verkauf im Raum stand, habe ich gedacht: das ist eine Fläche, die wir eh auch dann wieder gestalten müssen, damit hier nicht ein Brachfläche entsteht. Oder irgendeiner mit viel Beton und wenig Gespür kommt und da irgendwas macht…“, war der erste Gedanke unseres Bürgermeisters nach dieser Mitteilung durch die zuständige politische Stelle im Land.

Das Gelände auf den Gründen der Firma Raml – Brachfläche und Parkfläche sollte das nicht bleiben

Brach liegen lassen, davon ist unser Bürgermeister überzeugt, sollte man so eine Fläche mitten im Ort nie. Denn das wirkt sich auch auf die umliegenden Gewerbebetriebe aus. Und da gibt es ja einige: Vom ehemaligen Autohaus bis zum Traditionsgasthaus. Und diese negativen Auswirkungen die strahlen dann auf den ganzen Ort aus.

Moosdorf muss sich in Zukunft behaupten, um nicht abgehängt zu werden zwischen starken Gewerbegebieten

„Wir dürfen nicht vergessen: Moosdorf ist im Konkurrenzfeld zum Beispiel zu Eggelsberg und Lamprechtshausen. Wir müssen uns unterscheiden und eine gewisse Attraktivität entwickeln für die Zukunft. Denn sonst werden wir zu einem Ort, in den die Menschen nur zum Schlafen hinkommen oder durchfahren – um zum Arbeiten auszupendeln. Und das bedeutet noch etwas. Auch die Kommunalsteuer fehlt uns, um eigene Moosdorfer Projekte von der Schulsanierung bis zum Kindergartenausbau, vom Vereinszentrum bis zum Ausbau unserer Feuerwehren zu verwirklichen. Da wären wir dann nur noch auf Zuschüsse angewiesen. Und wie schwierig das derzeit ist, kann ja jeder jeden Tag lesen oder in den Nachrichten sehen.“, fasst Bürgermeister Emersberger seine Gedanken für die Zukunft von Moosdorf zusammen. Anders gesagt: Das ist ein Projekt, an Orten, die auch für die nächste und übernächste Generation von Moosdorferinnen und Moosdorfern wichtig sind. Und das auch für die kommenden Generationen ein gutes und zentrales Projekt werden soll. Ein Projekt wo die Kinder aber auch die Enkelkinder später sagen sollen: Da habt ihr rechtzeitig das Richtige gemacht. Eben: Weichen stellen für Moosdorf.

Auch Zaltech hat ein Ziel: es soll optisch ansprechend und lebenswert werden

Aber: Warum ist es eigentlich für Zaltech so wichtig, dass das Projekt nicht nur einfach hingestellt wird, sondern dass es schön wird und ein attraktiver, moderner Ort? Diese Frage beantwortete einer der Zaltech Geschäftsführer, Helmut Gstöhl auf der Bühne: „Das Motto heißt: Toll arbeiten und toll leben! Denn heute ist es nicht mehr ausreichend, einen guten Arbeitsplatz und ein attraktives Gehalt zu bieten.“

„Es reicht nicht mehr nur einen attraktiven Arbeitsplatz und ein gutes Gehalt zu bieten – es ist ein Kampf um die besten Mitarbeiter.“

Helmut Gstöhl, Zaltech

Es sei, so Helmut Gstöhl schon länger so, dass man nicht mehr sagt der Chef hat einem Bewerber zugesagt, sondern ein Bewerber hat einem Unternehmen zugesagt. „Es ist ein Kampf um die besten Arbeitskräfte – und wir müssen uns international behaupten! Unser Mitarbeiter kommen aus aller Herren Länder, die müssen auch einen lebenswerten Ort vorfinden.“ Es geht aber auch um junge Menschen aus der Region. „Wir müssen insgesamt für diese Zielgruppe attraktiv sein. Damit kriegen wir die besten Arbeitskräfte. Wir bieten hier jedes Jahr 25 Praktikanten einen Platz an – wir wollen, dass davon auch welche gerne hier bei uns später arbeiten. Und darum durchaus auch hier wohnen wollen. Die sollen nicht alle nach Wien oder Linz oder nach Salzburg gehen. Oder wenn, dann gerne wieder zurückkommen.“, erklärt Gstöhl seine Motivation.

Flächenversiegelung, Parkplätze und Bauhöhen

„Was wir keinesfalls möchten, ist wie in anderen Gemeinden große Parkflächen rund um die Gebäude. Weder in Elling noch in Moosdorf. Das wäre Versiegelung mit wenig Effekt und wir wissen auch, dass viele Moosdorfer das nicht gut finden, was sie da in anderen Gemeinden sehen.“, sagt Egon Hajek, Zaltech-Partner und Projektentwickler der Moosdorfer Projekte. „Und auch wenn das kostentechnisch deutlich mehr ist, haben wir gesagt: wir wollen die Autos so schnell wie möglich wegbringen von der Oberfläche.“ Mit einem Wort: Tiefgaragen sind bei beiden Projekten angesagt. Auch hier wieder das Ziel: viel nutzbare und sinnvolle Fläche und nicht unsinnig für Parkplätze versiegeln.

Es ist ein Spagat, wenn man heute als Architekt plant, weiß Much Untertrifaller vom gleichnamigen Architekturbüro. Er ist zuständig für die Projekte und insbesondere das zentrale Moosdorf Projekt: „Einerseits ist es mittlerweile extrem wichtig, dass wir nicht soviel Fläche versiegeln wie man das früher machte.“ Ob für die Lebensqualität oder auch das Thema Wasser – die Versiegelung von Flächen muss auf ein Minimum reduziert werden. Auch das ist eine Forderung, die wir in Moosdorf immer wieder gehört haben – zum Beispiel auf den Gemeindeversammlungen. „Andererseits bedeutet das aber natürlich auch,“ so der Architekt bei der Präsentation vor dem Gemeinderat: „…daß wir auf bestimmte Höhen müssen, um Projekte zu realisieren. Das ist auch in Moosdorf so.“

„Wir müssen auf bestimmte Bauhöhen kommen um nicht wertvolle Fläche zusätzlich zu versiegeln. Das ist auch in Moosdorf unser Plan.“

Much Untertrifaller, Architekt

Hier sind sich aber alle einig in der Gemeinde – was dieses Thema betrifft, wird man auf jeden Fall sich aufeinander zu bewegen müssen. „Wir müssen bei solchen Projekten in Alternativen denken. In allen Bereichen und Dimensionen.“, hatte Bürgermeister Emersberger schon am Anfang der Veranstaltung den Tenor aus Sicht der Gemeinde und vor allem der Moosdorferinnen und Moosdorfer vorgegeben. Und Fritz Kaltenegger stimmt ihm zu: „Es gibt vieles was uns hier gefällt, an den Projekten. Aber natürlich nicht alles. Und darüber müssen und werden wir reden.“

Vorstellung der Projekte vor Gemeinderat und Anrainern – immer wieder gab es auch was zu lachen

Man kann diese Gedanken so zusammenfassen: Zukunft ist etwas was wir nicht verhindern können und wollen. Aber Zukunft ist auch etwas das wir rechtzeitig aktiv gestalten sollen und müssen, damit sie uns nicht einfach passiert. Und genau das wollen wir in Moosdorf gemeinsam machen – darin sind sich alle einig.

Wie geht es jetzt weiter? Zuerst sprechen die Moosdorfer*innen, dann die Expert*innen

Wie geht es jetzt weiter? Nachdem klar ist, daß wir erstmal nur erste Studien und Ideen präsentiert bekommen haben, stellten sich viele Gäste aber dennoch diese Frage. Das beantwortete der Bürgermeister auf der Bühne: Erstmal kommen die Moosdorferinnen und Moosdorfer ans Wort. „Wir werden genauso weitermachen, wie wir das von der erstem Gemeinderatssitzung an – die wir damals bei einer ersten Projektpräsentation live gestreamed haben – gemacht haben: den Prozess transparent machen und die betroffenen Anrainer in die Planung miteinbeziehen.“

Der Bürgermeister plant übrigens auch die später dann für die Bebauung vorgesehene Planung im Zug des Genehmigungsverfahrens für den Bebauungsplan der Öffentlichkeit im Rahmen einer öffentlichen Gemeindeversammlung vorzustellen. Und auch ggf. mit Anrainer Exkursionen zu Projekten, damit man sich Dinge besser vorstellen kann. Aber bis dahin ist noch einige Zeit hin.

„Derzeit besteht lediglich eine Verordnung als Neuplanungsgebiet mit der Auflage für eine allfällige Bebauung einen Bebauungsplan zu erstellen und zu erlassen. Als Ergänzung zur Konzeptplanung sind seitens des Bauwerbers aber noch eine ganze Reihe von Sachverständigengutachten für die Entscheidungsfindung durch den Gemeinderat einzuholen.“

Gemeint sind Gutachten über Verkehrslärm, Emissionsschutzgutachten, Gutachten für die Verkehrsaufschließung, Ortsbild und Landschaftsbild.

„Danach ist erst ein Bebauungsplan zu erstellen, der im Wesentlichen die Baufluchtlinien, Bauhöhen und Nutzungskategorien definiert und der auf den vorher genannten Gutachten basiert. Über den Bebauungsplan sind dann die Stellungnahmen der Nachbarn einzuholen und im Gemeinderat zu behandeln.“ erklärte Bürgermeister Emersberger die rechtlichen Schritte.

Und erst anschließend ist der Bebauungsplan der Abteilung Örtliche Raumordnung des Landes OÖ vorzulegen und von dieser genehmigen zu lassen. Nach Genehmigung ist der Plan wiederum dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen und anschließend an der Amtstafel kundzumachen.

Die Anrainer werden über diese Kundmachung nachweislich (per RSB) informiert. Nach Ende der Kundmachungsfrist ist der Bebauungsplan nochmals an das Amt der OÖ Landesregierung zur Verordnungsprüfung vorzulegen.

„Realistisch heißt dass: Der Zeithorizont wird mindestens ein Dreivierteljahr benötigen, nur um die Auflagefristen und Genehmigungsschritte einhalten zu können.“, gibt Bürgermeister Emersberger einen Zeitrahmen an.

Wie schon gesagt: es ist ein erster kleiner Schritt auf dem Weg gemacht und das Ziel ist klar: ein gemeinsames Projekt mit Zaltech und den Moosdorferinnen und Moosdorfern zu entwickeln auf das zutrifft, was sich Helmut Gstöhl wünscht: „Etwas worauf wir alle stolz sein können. Und etwas was aus dem Tor zum Innviertel ein wenig auch ein „virtuelles“ Zentrum des Innviertels macht.“

Hinweis: in der nächsten Folge stellen wir euch vor, welche Unternehmen – vom Bäcker bis zur Eisdiele oder Pub – gerne nach Moosdorf kommen würden und ebenfalls an dem Abend zu Gast waren.

Das Video zur Veranstaltung:

Wir haben für euch den Event als Mitschnitt aufgezeichnet, dessen Kernpunkte wir gerade beschrieben haben. Die beiden Videos (Teil 1 ca 60 Minuten, Teil 2 ca. 40 Minuten) sind verfügbar und wir stellen sie hier unter diesem Artikel zur Verfügung.

HINWEIS: Wir haben Euch den Live-Mitschnitt der Veranstaltung via Moosdorf.net verfügbar gemacht. Er besteht aus den genannten zwei Teil-Videos. Die Links zum jeweiligen Teil und die kurze Beschreibung was darin zu sehen ist, findet ihr untenstehend.

Die Redaktion

Teil 1 der Präsentation von Konzepten, Ideen und Studien der Bauprojekte in Moosdorf durch eine Investorengruppe rund um Zaltech. Hier geht es im vorderen Teil zunächst um die allgemeinen Ziele und Wünsche der Gemeinde Moosdorf und der Projektpartner. Im hinteren Teil konkret um das Projekt „Campus“ in Elling. Einer Erweiterung des Betriebsbaugebietes speziell mit Blick auf Unternehmen im Bereich Forschung, Entwicklung und StartUps. Im Gespräch mit Christian Spanik sind Bürgermeister Manfred Emersberger, Zaltech Geschäftsführer und Investor Helmut Gstöhl, der Unternehmer und Mitglied des Moosdorfer Wirtschaftsausschusses Fritz Kaltenegger sowie zur Vorstellung einer Machbarkeitsstudie mit ersten Visualisierungen des Projekte „Campus Elling“ der Architekt Florian Xander von Büro Dietrich Untertrifaller Architekten.

Das ist Teil 2 der Präsentation von Konzepten, Ideen und Studien der Bauprojekte in Moosdorf durch eine Investorengruppe rund um Zaltech. Hier geht es im vorderen Teil zunächst um mögliche Betreiber von Lokalen und Geschäften in Moosdorf auf Basis der aktuellen Planung. Im hinteren Teil konkret um erste Konzepte und Visualisierungen des Projektes auf den Raml-Gründen in Moosdorf. Am Schluss des Mitschnittes der Veranstaltung gibt es noch Impressionen von den Info-Ständen dem Dialog zwischen den Anrainern, Gästen und den Architekten und Machern des Projektes. Im Gespräch mit Christian Spanik auf der Bühne sind Bürgermeister Manfred Emersberger, Zaltech Geschäftsführer und Investor Helmut Gstöhl, der Projektentwickler und Investor Egon Hajek sowie Gregor Ledersberger der das Projekt in Moosdorf für die Investoren betreuen wird.

Moosdorf Live

Mein Name ist Christian Spanik. Ich bin der Moosdorfer Dorfchronist und verantwortlich für Inhalte und Konzepte der Moosdorfer Gemeindemedien wie Moosdorfer Bote, Moosdorf Live auf Facebook und Moosdorf Live im Internet unter der Adresse www.moosdorf.net

6 Antworten

  1. Georg Peterlechner sagt:

    Mit Interesse verfolge ich die Ortsentwicklung, meine Sorge gilt wieviel Verbauung und Zuzug verträgt Moosdorf noch. Unsere Gemeinde ist nicht sehr groß. Im Ort kann ich mir eine angepaßte Verbauung vorstellen, das selbe gilt auch für das Betriebsbaugebiet, dass aber dann abgeschlossen sein sollte, da es schon eine Erweiterung gab. Auch die Verbauung Moosdorf Süd war in meiner Zeit nicht so geplant da ein zusammenrücken von Ort und Betriebsbaugebiet von Seiten der Landesregierung abgelehnt wurde um kein Konfliktpotential zu haben. Eines ist schon zu beachten, wenn mehr Menschen hier wohnen muss auch die Infrastruktur angepaßt werden, der Kindergarten zeigt dieses Problem. Weiters ist auch das Verkehrsproblem im Ort zu berücksichtigen. Je größer das Betriebsbaugebiet ist, um so mehr Verkehr gibt es.. Jeder weiß inzwischen das in Österreich viel zuviel verbaut wird. Wir müssen die Landwirtschaft schützen bzw. dafür sorgen das genügend Grünland vorhanden bleibt bzw. auch für die Bauern leistbar ist.

    • Moosdorf Live sagt:

      Lieber Georg, diese Gedanken sind alle sehr richtig und auch ich sehe es so, dass wir genau schauen müssen wo wir was machen. Das Thema Boden-Versiegelung ist ein ganz wichtiges Thema und wie Du dem Text aber auch dem Video entnehmen kannst, eines der ganz zentralen bei diesem Thema. Es soll so Ressourcenschonend wie möglich gebaut und entwickelt werden.
      Klar ist – was das Thema Zuzug betrifft – aber sicher auch: wir müssen darauf achten, dass wir als Moosdorf zwischen zwei großen Gewerbegebieten nicht „untergehen“ und dann nur noch der Schlafplatz für umliegende Gemeinden sind. Darum müssen wir unsere eigene Rolle finden und entwickeln.

  2. Georg Peterlechner sagt:

    Servus Christian, damit wir kein Schlafplatz für die umliegenden Gemeinden werden braucht man nur keine Wohnblöcke bauen. Wo bleibt ein neues Entwicklungskonzept. Wo bleiben die schönen Dörfer die es gab, überall stehen Wohnblöcke, der Dorfcharakter geht verloren. Wenn ich höre wieviel Moosdorfer in den Wohnblöcken wohnen, das ist ein geringer Teil. Die Grundpreise sind derart gestiegen, das für Einheimische der Hausbau fast nicht mehr leistenbar ist.. Ich hoffe Ihr kriegt das alles halbwegs in den Griff…..

    • Moosdorf Live sagt:

      Lieber Georg, Du sprichst viele Punkte an, die ein Spannungsfeld bilden. Das ist so, weil um uns herum Dinge passieren, auf die wir keinen Einfluss haben. Das sind auch Punkte mit ganz unterschiedlichen Interessen – nicht zuletzt bei den Menschen die es betrifft. Punkte also die wir versuchen müssen unter einen Hut zu bringen im Rahmen der weiteren Entwicklung von Moosdorf. Aber das „Ihr“ von dem Du schreibst ist ein „Wir“ – wir als Gemeinschaft müssen Lösungen suchen und umsetzen. Das habe ich nicht zuletzt von Dir gelernt und aus Deiner Zeit mitgenommen – damals als wir nach Moosdorf gekommen sind. Und darum ist ein wesentlicher Baustein dazu, das Gespräch miteinander und konkrete Lösungsvorschläge und Ideen von allen die Interesse daran haben. Auf diesen Austausch freue ich mich auch im Bereich der Ortsentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten. Denn das ist der Austausch den hier ganz konkret Manfred gemeinsam mit den Projektentwicklern mit diesem Event initiiert hat. Und daraus entsteht heute sicherlich eine breitere Basis für das von Dir angesprochen Entwicklungskonzept. Die Phase in der das notgedrungen nur einer kleineren Gruppe oder einem Arbeitskreis vorbehalten war ist nun abgelöst worden – durch neue Möglichkeiten des gemeinsamen Austausches und der Zusammenarbeit. Das ist ein großer Vorteil, um eine weitere Entwicklung solcher Orts-Konzepte nun mit vielen – wenn auch mit unterschiedlichen Interessenslagen – zu diskutieren.

    • Manfred Emersberger sagt:

      Ja, das ist ein Aspekt den Georg richtig sagt.

      Im Entwicklungskonzept sind Ziele für Moosdorf definiert. Als was verstehen wir uns? Was wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern bieten? Wie sehen wir uns selbst und wie wollen wir von anderen gesehen werden? Diese Ziele aus den 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts haben immer noch Gültigkeiten, die im wesentlichen sind: Wo sehen wir unsere Siedlungsschwerpunkte, wie können wir unsere landwirtschaftlich strukturierten Ortschaften vor einer Zersiedelung schützen, wie können wir für junge Familien attraktiv sein und wie können wir unsere Moosdorferinnen und Moosdorfer unterstützen, um auch in unserer Gemeinde alt werden zu können und sich wohl zu fühlen?
      Entwicklungen die rund um den Speckgürtel von Salzburg entstehen, lassen sich aber nicht von vornherein einfach vor unserer Gemeindegrenze aussperren. Ich habe fast monatlich mit Bauträgern zu tun, die in Moosdorf oder in einem unserer schönen Ortsteile Wohnböcke errichten wollen. Mit unserem Entwicklungskonzept können wir entschieden dagegen halten, da die darin festgeschriebenen Geschossflächen Zahlen (GFZ- das ist das Verhältnis zwischen der Grundstücksfläche und der zu bebauenden Grundrissflächen über alle Stockwerke), keine Wohnblöcke außerhalb unserer Siedlungsschwerpunkte in den Ortschaften Moosdorf und Hackenbuch zulassen. Auch die Erkenntnis aus einem Bauvorhaben, dass beeinsprucht wurde, hat uns – entgegen den ursprünglichen Expertenmeinungen gezeigt – dass die im Entwicklungskonzept festgeschriebenen GFZ im Baurecht anzuwenden sind. Damit können wir genau das erreichen was Georg schreibt: in unseren schönen Dörfern eine solche willkürliche Verbauung mit Wohnblöcken verhindern.

      Das gilt auch für Ansuchen von Landwirten um Flächenwidmungen von landwirtschaftlich genutzt auf Wohnbebauung. Alle diese Begehrlichkeiten haben wir mit unserem TEAM Moosdorf – SPÖ und in dem Fall mit den Stimmen der FPÖ verhindern können. Das vor allem auch zum Schutz unserer Landwirte gegen Nutzungskonflikte zwischen den Landwirtschaften einerseits und zukünftigen Wohnungsnutzungen andererseits.

      Das der Trend zu Wohnungen und damit eben kleineren Wohn-Einheiten geht schlägt sich auch in der überarbeiteten Form des Entwicklungskonzeptes aus dem Jahr 2011 nieder. Dort wurde für unsere Hauptorte Moosdorf und Hackenbuch festgelegt, dass es neben den Ein- und Zweifamilienhausformen auch einen mehrgeschossigen Wohnbau geben kann. In den vom Gemeinderat erstellen Bebauungsplänen sind diese Zonen genau ausgewiesen. Das ist einerseits die mittlerweile verbaute Fläche beim Ortseingang von Salzburg kommend, rechts neben der B156 und andererseits in Moosdorf Süd (links von Salzburg kommend). Für die Kerngebietswidmung auf den ehemaligen Raml-Gründen im Zentrum von Moosdorf ist noch ein entsprechender Bebauungsplan zu erstellen.

      Für alle anderen Wohn- und Dorfgebietswidmungen gilt die Beschränkung auf max. 3 Wohneinheiten pro Haus und die festgeschriebenen GF -Zahlen.

      Derzeit ist gemäß den mir vorliegenden Daten kein Bauland am Markt verfügbar. Das hat mehrere Gründe:
      1) Es werden Grundstücke auf Grund der niedrigen Sparzinsen als Wertanlage gesehen und stehen daher nicht für eine Bebauung zur Verfügung.
      2) Andere Baugrundstücke, werden als Vorsorge für die eigenen Kinder und Enkelkinder gehalten.
      3) Es sind viele Parzellen mit einer Baulandsperre für die nächsten 10 Jahre belegt.
      4) Wir haben nur sehr zurückhaltend Widmungsänderungen genehmigt und in den letzten 8 Jahren keine generelle Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes vorgenommen

      Um für Moosdorferinnen und Moosdorfer dennoch leistbares Bauland zu schaffen werden wir Flächen, die im Entwicklungskonzept für eine Wohnbebauung vorgesehen sind, bedarfsgerecht mit entsprechenden Baulandsicherungsverträgen zu vergünstigten Grundstückpreisen verfügbar machen.

      • Manfred Emersberger sagt:

        Auf den Punkt gebracht:
        In den letzten 15 Jahren, seit ich Bürgermeister bin sind insgesamt 4 Wohnblöcke entstanden. Einer in Moosdorf Nord, einer in Moosdorf, auf den Grundstücken der Familie Matzinger und 2 in Moosdorf Süd, die im Herbst dieses Jahres fertig werden.

        Es war auch schon immer so, wenn Siedlungen wie in Habersdorf, in Elling oder in Moosdorf hinter dem Kindergarten entstanden sind, diese nur zum geringen Teil von langjährigen Moosdorferinnen und Moosdorfern bebaut wurden. Moosdorf war immer schon eine Zuzugsgemeinde und das ist sie auch immer noch. Gerade das hat unser Leben, unsere Vereine und unsere Wirtschaft beeinflusst und mit engagierten Mitbürgerinne bereichert. Alle, oder fast alle sind nun auch Moosdorferinnen oder Moosdorfer. Allein wenn ich unseren Verein „Moosdorf macht mobil“ oder den „Friedensdialog“ ansehe, engagieren sich sehr viele die nicht in Moosdorf geboren wurden oder hier aufgewachsen sind.

        Das macht uns alle gemeinsam stark, diese Vielfalt möchte ich nicht vermissen.

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