Unser Bürgermeister erzählt: Corona und was die Impfung für mich bedeutet

Unser Bürgermeister Manfred Emersberger hat sich entschieden – auch auf seinem Facebook Profil – ein wenig zu erzählen, was Corona für ihn während und nach seiner schweren Erkrankung bedeutet hat und was er deshalb in Sachen Impfung denkt. Und dass er eine bestimmte Aktion umsetzen möchte in Moosdorf. Aber: lest selbst…

Text: Manfred Emersberger / Bürgermeister Moosdorf

Nachstehend gebe ich euch ein Update über die aktuelle Coronalage in Oberösterreich und über die Impfquote im Bezirk Braunau und in OÖ (siehe Grafiken am Ende dieses Textes).

Das Bild von Anfang des Jahres als Manfred Emersberger bereits in der Reha war nach der schweren Covid-Erkrankung

Und nun ein paar persönliche Gedanken von mir als jemand der selbst gespürt hat, wie Covid zuschlägt. Der selbst gesehen und erlebt hat, was wirklich los ist.

Es ist mir absolut bewusst, dass das Thema „Impfen“ oder eben „Nicht Impfen“ sich quer durch unsere Gesellschaft zieht. Und, dass wir auch in unserer Gemeinde dazu verschiedene Meinungen haben.

Ich persönlich war tatsächlich immer schon der Meinung, dass wir durch diese Pandemie nur gut kommen werden, wenn es eine große Teilnahme unserer Bevölkerung an der Impfung gibt (das habe ich auch bereits in meinem Artikel im Moosdorfer Boten vom September 2020 geschrieben). Und das Jahr 2021 hat in mir diese Gewissheit gefestigt, weil es mich selbst und meine Familie ganz direkt betroffen hat:

Ich war, wie sich sicherlich viele von euch erinnern, schwer an Covid erkrankt. Und zwar am Anfang dieses Jahres. Für mich gab es damals im Februar noch nicht die Möglichkeit mich impfen zu lassen. Und dann war Covid schneller als meine Möglichkeit zur Impfung. Ich erkrankte.

Zuerst scheinbar nicht sehr schlimm, aber die Lage änderte sich rasch. Praktisch stündlich. Bis ich freiwillig ins Krankenhaus ging. Dort war damals bereits eine extreme Last auf Ärzten, Pflegern und Angestellten. Aber: Ich konnte sicher einen Platz bekommen. Das ist in diesen Tagen, zur Weihnachtszeit 2021, leider nicht mehr so garantiert. wie wir alle jeden Tag erleben. Es dauerte nicht lange und aus dem Krankenhausaufenthalt mit mittleren Symptomen wurde ein Aufenthalt auf der Intensivstation mit schwerem Verlauf. Dazwischen lagen wieder nur wenige Stunden. Hilflos dort zu liegen und nicht zu wissen, wie es weiter geht, ob es überhaupt weitergeht, das wünsche ich niemanden.  Ganz egal welche Meinung jeder einzelne und jede einzelne zum Thema Impfung für sich hat. Und ich möchte allen Moosdorfer Familien, die durch Covid Menschen verloren haben an dieser Stelle nochmals mein tiefempfundenes Beileid aussprechen. All jenen, die schwer an Covid erkrankten, derzeit jemanden mit Erkrankung in der Familie oder Freundeskreis haben, möchte ich Mut zusprechen und Zuversicht geben.

Ich hatte Glück. Ich zähle heute zu den Genesenen und habe gerade meine Booster-Impfung gemacht. Aber Ihr könnt mir glauben: der dann folgende Weg zurück von der Intensivstation über die Reha und letztlich wieder in einen normalen Alltag war einer der schwierigsten überhaupt in meinem Leben.

Und ich sage das auch bewusst öffentlich, als Mensch und Bürgermeister: Ich habe Sorge und Angst. Angst mich neuerlich anzustecken. Angst davor wieder schwer zu erkranken. Angst jetzt eine Intensivbehandlung im Krankenhaus zu benötigen. Sorge davor, dass uns neue Virusvarianten weiterhin in ihrem Bann halten. Und Angst davor, dass Menschen, die mir lieb und teuer sind, schwer an Covid erkranken. Eine Angst, die mir niemand einredet, sondern eine reale Angst und eine reale Sorge aus dem, was ich selbst erlebt habe.

Fernab von Medienberichten habe ich erlebt was passiert. War Augenzeuge wie Ärzte, Schwestern und Pfleger um jedes Leben kämpfen und dabei ganz viel von Ihrem eigenen Leben links liegen lassen müssen. Und das passiert jetzt wieder. Zu Weihnachten. Der Zeit wo jeder Mensch auch für sich und seine Familie Zeit haben sollte. Unser Umgang mit der Pandemie, das Verhalten jedes einzelnen entscheidet mit darüber, ob all diese helfenden Hände, die Angehörigen und die, die aus ganz anderen Gründen dringend medizinische Hilfe brauchen mit einer gewissen Zuversicht nach vorne schauen können.

Es ist mir darum wichtig, dass sich viele von uns impfen lassen, denn es wird immer Menschen geben, die wirklich nicht geimpft werden können. Und auch die müssen wir schützen, indem wir uns schützen. Unsere Gemeinschaft in Moosdorf können wir schützen, indem wir alles tun um uns vor einer Ansteckung, einer Weitergabe oder eben vor einem schweren Verlauf zu bewahren. Wir haben die Möglichkeit und es liegt an uns.

Ich habe schon vor einiger Zeit mit unserem Gemeindearzt Dr. Clemens Schwarz gesprochen und dieser Tage hat er mir zugesagt:

Wir werden eine Aktion „Moosdorfer impfen Moosdorfer“ machen. Alles Nähere dazu werde ich euch raschestmöglich mitteilen. Bis dahin braucht das Team für diese Aktion noch etwas Zeit, um alles Erforderliche dazu zu organisieren.

Informationen zur Lage in Oberösterreich und im Bezirk:

Moosdorf Live

Mein Name ist Christian Spanik. Ich bin der Moosdorfer Dorfchronist und verantwortlich für Inhalte und Konzepte der Moosdorfer Gemeindemedien wie Moosdorfer Bote, Moosdorf Live auf Facebook und Moosdorf Live im Internet unter der Adresse www.moosdorf.net

1 Antwort

  1. markus cordula groß sagt:

    wir, markus und cordula groß , danken unserem bürgermeister für seine offenen und berührenden worte. wir hoffen von herzen , dass sein bemühen dazu beiträgt , die noch unschlüssigen moosdorferInnen von der notwendigkeit der impfung zu überzeugen. wir sind in unserem beruf leider tagtäglich mit den schrecklichen folgen einer covid erkrankung konfrontiert! nur gemeinsam können wir das schaffen!

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